Der errechnete Entbindungstermin (ET) ist kein Verfallsdatum.
Der errechnete Entbindungstermin (ET) ist kein Verfallsdatum.
„Sie sind jetzt über dem Termin.“
Ein Satz, der für viele Schwangere plötzlich ganz anders klingt als noch vor ein paar Tagen.
Bis gestern war alles gut. Das Baby entwickelt sich. Die Schwangerschaft verläuft unauffällig. Du fühlst dich noch richtig wohl.
Und dann steht da diese eine Zahl im Kalender:
ET + 1.
ET + 2.
ET + 3.
Und plötzlich verändert sich die Stimmung.
Aus Vorfreude wird Unsicherheit.
Aus Vertrauen wird Angst.
Und aus dem Gedanken „Mein Baby kommt, wenn es bereit ist“ wird vielleicht:
„Warum kommt es denn noch nicht? Stimmt etwas nicht?“
Genau hier möchte ich als Birthkeeperin eine andere Perspektive öffnen.
Der ET ist ein errechneter Termin ohne Individualität!
Wenn du dich mit der Historie des Entbindungstermins auseinandersetzt, wird dir klar, wie wild konstruiert dieser Tag ist und wie wenig er die Individualität der Frau berücksichtigt!
Wann dein Kind zur Welt kommt und wie lange deine Schwangerschaft dauert, ist z.B. sehr stark abhängig davon, wie lange dein Zyklus war und wie lange die Frauen in deiner weiblichen Linie ihre Babys trugen. Deine Einmaligkeit und die deines Kindes entscheidet über den Start der Geburt, nicht mehr und nicht weniger.
Bitte vergiss nie: Der von außen konstruierte Entbindungstermin ist kein Datum, an dem dein Körper funktionieren muss. Und auch kein Tag, an dem dein Baby plötzlich „überfällig“ ist, nur weil der Kalender eine andere Zahl anzeigt.

Und ich weiß, trotzdem erleben viele Frauen bereits wenige Tage nach dem errechneten Termin einen enormen Druck. Mir ging es bei meiner ersten Schwangerschaft auch so.
Vielleicht hast du diesen Satz schon einmal gehört. Oder etwas, das ähnlich klingt:
„Wir wollen kein Risiko eingehen.“
„Das Baby wird zu groß.“
„Das Fruchtwasser wird weniger.“
„Wir sollten jetzt langsam etwas tun.“
„Sie sind schließlich schon über dem Termin.“
„Sie gefährden ihr Kind.“
Zwischen einer medizinischen Empfehlung und einer Angstspirale liegt ein wichtiger Unterschied. Kliniken geben auch oft einen engmaschigen Weg vor, in dem die Kinder zur Welt kommen müssen. Wo bleibt hier die Individualität der Frau?!
Denn „über dem errechneten Termin“ bedeutet nicht automatisch:
„Mit deinem Baby stimmt etwas nicht.“
Und es bedeutet auch nicht automatisch:
„Wir müssen jetzt sofort handeln.“
Und genau hier wird es für mich als Birthkeeperin spannend.
Denn was passiert mit einer Frau, wenn ihr immer wieder vermittelt wird, etwas stimmt nicht?
Selbst wenn sie sich körperlich eigentlich gut fühlt, kann irgendwann etwas passieren:
Sie beginnt, ihrem eigenen Körper nicht mehr zu vertrauen, Unsicherheit schleicht sich ein und irgendwie ist bereits das alles eine Intervention! Und vielleicht wird aus einer Schwangerschaft, in der sie sich bisher sicher gefühlt hat, plötzlich ein Zustand, in dem sie das Gefühl bekommt, ihr Körper müsse endlich „liefern“.
Dabei ist eine Geburt keine Prüfung, die man zum errechneten Termin bestehen muss.
Dein Körper hat keinen Kalender. Dein Baby erst recht nicht!
Geburt ist ein komplexes Zusammenspiel aus vielen körperlichen und hormonellen Prozessen. Und genau deshalb kann niemand auf den Tag genau vorhersagen, wann ein bestimmtes Baby geboren wird.

Zum Schluss eine Möglichkeit, weg vom Mainstream:
Wie wäre es, wenn du nicht mit dem ET denkst. Wie wäre es, wenn du eine Schwangerschaft erlebst, die weg von Zahlen, Daten, Fakten geht und hin zu echtem Spüren, Fühlen, Vertrauen.
Das geht und als Birthkeeperin und Freie Doula kann ich dich in diesem Prozess begleiten.
P.S. Ich gehe mit dir über ET+ was auch immer sich für DICH gut anfühlt.